Nieswurz, schwarze

(bot. Helleborus niger)

Nieswurz, schwarze

Vorkommen/Verbreitung  
Westliche Alpen

Beschreibung  
Die schwarze Nieswurz gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die Pflanze erreicht eine Höhe von bis zu 30 Zentimeter, die Blätter sind geteilt, die Blüten weiß bis rosa, später grünlich. Der Wurzelstock ist schwarz, was der Pflanze ihren Namen eingebracht hat. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen blüht sie im Winterhalbjahr.

Historie  
Nieswurz wurde schon im Altertum als Arzneipflanze eingesetzt. Dabei ist nicht ganz sicher, welche Nieswurzart gegen welche Erkrankung verwendet wurde. So ist die schwarze Nieswurz, die in der Antike verwendet wurde, vermutlich nicht identisch mit der heute als schwarze Nieswurz bezeichneten Pflanze. Gemeinsam ist allen Nieswurz-Arten, dass sie einen Niesreiz auslösen. Da man früher annahm, kräftiges Niesen könne gegen Wahnsinn und Epilepsie helfen, wurde den Pflanzen eine Wirkung dagegen zugeschrieben. Anwendung fand Nieswurz außerdem gegen Schmerzen, als Brech- und Abführmittel sowie als Herzmittel. Auch im Schnupftabak war Nieswurz häufiger Bestandteil.

Inhaltsstoffe  
Steroidsaponine, Alkaloide, Herzglykoside

Wirkung  
Die Pflanze wird heutzutage ausschließlich in der Homöopathie verwendet. Hier findet sie Verwendung gegen Durchfall und Nierenentzündungen, bei Problemen des Nervensystems und zur Stärkung des Herzens.

Verwendeter Pflanzenteil  
Wurzelstock    

Besonderheiten 
Die Wirkung als Brech- und Abführmittel, die früher genutzt wurde, beruht auf einer Vergiftungserscheinung, die in schweren Fällen bis zum Tod führen kann. Da die gesamte Pflanze hochgiftig ist, wird auf ihre Verwendung in der Schulmedizin inzwischen vollständig verzichtet.