Curcuma – das gelbe Gold Asiens

Jeder kennt Curcuma, vor allem wegen der gelben, sonnigen Farbe, mit der das Gewürz jeder Speise eine besondere Note verleiht. Bereits der venezianische Händler und Entdecker Marco Polo rühmte im 13. Jahrhundert die Gelbwurz als Ersatz für Safran. In Asien kennt man Curcuma seit Jahrtausenden als Heilpflanze, für die Inder gehört sie zu den heiligen Gewürzen. In der ayurvedischen Heillehre wird Curcuma zur Behandlung von Hautkrankheiten und Wunden, bei Verdauungsproblemen, gegen Leberleiden, bei Gelbsucht, zur Unterstützung der Darmflora und allgemeinen Stärkung des Stoffwechsels genutzt. Und auch in der modernen westlichen Pflanzenmedizin wird die Indische Gelbwurz als Heilpflanze eingesetzt. In Deutschland anerkannte medizinische Anwendungsgebiete sind Dyspeptische Beschwerden (Kommission E) und eine symptomatische Behandlung leichter Verdauungsbeschwerden und leichter Leber-Gallen-Beschwerden (ESCOP).

Was ist Curcuma eigentlich?

Viele setzen Curcuma mit Curry gleich – das ist allerdings falsch. Zwar verleiht Curcuma der Gewürzmischung ihre typische Farbe, doch ist es in einem Curry-Pulver nur eines von bis zu 40 Gewürzen.

Die Indische Gelbwurz (wissenschaftlicher Name: Curcuma longa) ist für sich eine wichtige Nutzpflanze und verwandt mit dem Ingwer. Gelbwurz ist in tropischen, heißen, regenreichen Ländern anzutreffen – denn die Pflanze benötigt warme Temperaturen und reichlich Wasser, um zu gedeihen. Die Hauptanbaugebiete liegen heute in Indien, aber auch in Bangladesh, Sri Lanka, Jamaika, Peru, Burma, Haiti, Taiwan und China wird Curcuma gezüchtet. Das pharmakologisch hochwertigste Curcuma stammt aus Kerala, der Schatzkammer Indiens. Kerala hat gegenüber den anderen Anbaugebieten eine herausragende klimatische Position und bietet für das Heranwachsen der Gelbwurz einzigartige Bedingungen: Es gehört zu den immerfeuchten Tropen, hat zwei Regenzeiten und erreicht durch gelegentliche Niederschläge in der eigentlichen Trockenzeit das ganze Jahr über eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60%: Ideale Bedingung für besonders wertvolle und kräftige Pflanzen, wie sie für Arzneimittel gebraucht werden.

Die Kraft liegt im Wurzelstock

Genau wie Ingwer oder unser heimisches Maiglöckchen und das Buschwindröschen bildet die Gelbwurz so genannte Rhizome, auch Wurzelstock oder Erdspross genannt, aus. Ein Rhizom ist ein flach unterirdisch wachsender Teil der Pflanze, der jedoch nicht zur Wurzel gehört. Vielmehr dient das Rhizom als Wasser- und Nährstoffspeicher. Bei der Ernte kann so ein Curcuma-Rhizom 1,5 bis 3 kg wiegen.

Eben dieses Rhizom der Curcuma longa ist auch pharmakologisch interessant. Die gesundheitlich wertvollen Inhaltsstoffe sind vor allem Curcuminoide, das sind Scharf- bzw. Bitterstoffe. Diese bestehen hauptsächlich aus Curcuminen. Außerdem sind die ätherischen Öle mit einem hohem Anteil an Sesquiterpenen (besonders Turmeron und Zingiberen) sowie Polysaccharide medizinisch von Interesse.