Aktuelle Allensbach-Studie zu homöopathischen Arzneimitteln

Mehr als die Hälfte der Deutschen hat schon mehr als einmal homöopathische Arzneimittel verwendet. Der Anteil derer, die Homöopathika bewusst anwenden ist in den letzten 40 Jahren stark gestiegen. Eine von dem Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführte repräsentative Bevölkerungsstudie zur Bekanntheit, Verwendung und dem Image homöopathischer Arzneimittel hat zudem ergeben, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung Homöopathika richtig charakterisiert. Gemäß den Studienergebnissen bezeichnet sich insgesamt ein Viertel der Bevölkerung als überzeugte Verwender homöopathischer Arzneimittel, d.h. sie nutzen homöopathische Präparate und sind ohne Einschränkung von deren Wirksamkeit überzeugt (25 %). 

Die Bevölkerungsumfrage wurde von Herstellern homöopathischer Arzneimittel, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft beim Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) zusammengetan haben, in Auftrag gegeben. Zu diesen Firmen gehört auch die TRUW Arzneimittel GmbH, eines der ältesten homöopathischen Pharmaunternehmen Deutschlands, das seinen Firmensitz seit 2000 in Gütersloh hat. 


Ursprünge und Grundprinzipien

Samuel Hahnemann (1755 – 1843) führte die Homöopathie als eine systematische, erlernbare und auf Erfahrungswissenschaft basierende Therapie in die Medizin ein. Dies war fast revolutionär modern im Vergleich zu den praktizierten Methoden im Europa vor 200 Jahren. 

Die Erfolgsgeschichte der Homöopathie begann mit einem Selbstversuch. Der Arzt und Apotheker Hahnemann stellte an sich selber fest, dass eine größere Menge Chinarinde das vorübergehende Auftreten von Malaria-ähnlichen Symptomen auslösen kann. Damit legte er den Grundstein für die Homöopathie. Aus seinen Beobachtungen leitete er zwei Hauptprinzipien dieser Therapierichtung ab, die Ähnlichkeitsregel und die Arzneimittelprüfung. Hahnemann vermutete, dass die Fähigkeit von Stoffen, ähnliche Symptome zu erzeugen, ursächlich für deren Heilwirkung ist. Sein berühmter Lehrsatz lautet: "Wähle, ob sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden erregen kann, als sie heilen soll."

Es war Hahnemanns Verdienst, den Grundsatz „Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt“ in der Folgezeit konsequent zu erforschen und anzuwenden, insbesondere die systematische Erforschung der Arzneimittelbilder am Gesunden. Die Sammlung der Arzneimittelbilder in der Materia Medica ermöglichte erstmals die Anwendung von Stoffen nach dem Ähnlichkeitsgebot, einzig aufgrund der Symptome eines Kranken. Hahnemann entwickelte ein Vorgehen der genauen Patientenbefragung, untersuchte die Wirkung und die notwendige Verdünnung verschiedener Substanzen. Er publizierte seine Methoden und Erfahrungen, zusammengefasst in „Paragraphen“, im Jahr 1810 in seinem "Organon der rationellen Heilkunde".

(Quelle: BAH, www.bah-bonn.de)


Komplexhomöopathie

Heute existieren verschiedene Richtungen der Homöopathie. Neben der klassischen Homöopathie nach der Lehre Hahnemanns, bei der zumeist nur Verdünnungen einzelner Substanzen (sog. Einzelmittel) verabreicht werden, hat sich auch zunehmend die Verwendung von Kombinationen von verschiedenen Zubereitungen für ein bestimmtes Anwendungsgebiet durchgesetzt. In diesen so genannten Komplexmitteln sind mehrere homöopathische Substanzen kombiniert. Auf diese Weise erhält man die Möglichkeit, ein großes Spektrum von Symptomen mit einem einzigen homöopathischen Präparat abzudecken. Der Einsatz von Kombinationsarzneimitteln erfolgt dann in der Regel indikationsbezogen wie in der Schulmedizin üblich, also z. B. bei Gelenkverschleiß (Arthrose). 

In Deutschland gilt Emanuel Felke (1856-1926) als einer der Erfinder der Komplexmittel. Als klassisch homöopathisch ausgebildeter Therapeut behandelte er seine Patienten zunächst nur mit Einzelmitteln, ging aber dann dazu über, Komplexmittel zu verwenden. Er selbst sah die Homöopathie als Rückgrat seiner ganzen Methode an und richtete sein wesentliches Augenmerk auf das Bestreben, den Körper dazu anzuhalten, die im Blut befindlichen Fremdstoffe auszuscheiden. Felke schuf über 100 Rezepturen für Komplexmittel mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die für die häufigsten Leiden passend waren. Er verglich verschiedene Symptome seiner Kranken mit den Arzneimittelbildern der Einzelmittel. So entwickelte er ähnliche Kombinationen bei gleichen Krankheitstypen. Als Vorteil von Komplexmitteln wird gesehen, dass sich zum einen die Wirkungen der kombinierten Einzelmittel potenzieren und zum anderen das richtige Arzneimittel für den entsprechenden Krankheitstyp einfach gefunden werden kann.

(Quelle: BAH, www.bah-bonn.de)


Heinrich Hense und das Heilsystem Truw

Im Jahr 1907 gründete der Heilpraktiker Heinrich Hense (1868-1955), der wohl wichtigste Schüler vom „Lehmpastor“ Felke, die Firma Heinrich Hense, pharmazeutische Fabrik, in Krefeld. Sein Ziel war es, homöopathische Komplexmittel und Spezialpräparate, die er jahrelang erfolgreich eingesetzt hatte, standardisiert in großem Umfang industriell herzustellen. Neben der neu gegründeten Firma betrieb Hense weiterhin seine Naturheilpraxis. Er war bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1955 ein erfolgreicher und angesehener Therapeut und Unternehmer.

Im Jahr 1909 erschien die Erstauflage des Buches „Mein Heilsystem“, in dem Heinrich Hense seine therapeutischen Erfolge beschrieb. Grundgedanke seiner Arbeit war eine Diagnose mittels Irisdiagnose und Behandlung mit Komplexhomöopathika. Um seine Mittel von den damals geläufigen homöopathischen Einzelmitteln zu unterscheiden, nannte er seine Komplexhomöopathika Composita TRUW und begründete damit eines der ersten homöopathischen Komplexmittelsysteme. Zu den Composita Truw kamen eine Reihe von homöopathischen Spezialitäten und Phytopharmaka hinzu. So entstand das Heilsystem TRUW, ein Therapiesystem, das sich bewährt hat und bis heute von Heilpraktikern und Ärzten für Naturheilkunde angewendet wird.


Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Homöopathie

Innerhalb der Besonderen Therapierichtungen – neben der Anthroposophie und der Phytotherapie – hat die Homöopathie im deutschen Arzneimittelgesetz von 1976 ihre offizielle Anerkennung gefunden. Homöopathische Arzneimittel müssen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) behördlich überprüft werden, bevor sie in den Markt gebracht und in der Apotheke abgegeben werden dürfen. Dabei sind in jedem Fall Nachweise über die Herstellung und die hochwertige Beschaffenheit des jeweiligen Arzneimittels zu führen. Sicherheit und Wirksamkeit müssen durch Literaturdaten oder eigene Untersuchungen belegt werden. Eine Ausnahme hinsichtlich der Vorlage der Belege zur Wirksamkeit stellen die "registrierten" Homöopathika dar, die nach einem vereinfachten Verfahren überprüft werden, aber aus diesem Grunde auch keine Angaben zu Anwendungsgebieten enthalten dürfen. Hierbei kommt dem Therapeuten die wichtige Aufgabe zu, nach dem Studium der homöopathischen Literatur und der Untersuchung des Patienten zu entscheiden, welches Mittel im individuellen Fall zur Anwendung kommen soll. 

Wie alle Arzneimittel haben auch homöopathische Arzneimittel eine Packungsbeilage, die den Patienten/Verbraucher über die Anwendung aufklärt. Dazu gehören auch Informationen über mögliche Anwendungsbeschränkungen und eventuelle Risiken. 

Zum Nachweis der Wirksamkeit ist die so genannte klinische Studie nicht unbedingt das Mittel der Wahl. Da die klassische Homöopathie eine individuelle Therapieform ist, müssen hier das Vorliegen der Krankheit und die Anwendung des Arzneimittels differenziert betrachtet werden. Der Krankheitsbegriff in der Homöopathie betrifft nicht nur ein einzelnes, genau definiertes Lokalsymptom. Eine gut durchgeführte Einzelfallanalyse ist deshalb die der Methodik der Homöopathie am besten angepasste Form der Bewertung eines Therapieerfolges. Gleichwohl gibt es einige nach modernen Prinzipien durchgeführte Doppelblindstudien, die homöopathische Zubereitungen mit einem wirkstofffreien Träger (Placebo) verglichen und positive Ergebnisse bei ausgewählten Krankheitsbildern gezeigt haben. Auch die basierend auf dem Arzneimittelgesetz behördlich publizierten Monografien der Expertenkommission D stellen ein wichtiges Instrument zur Bewertung von in der Homöopathie verwendeten Präparaten dar. Sie spiegeln die wissenschaftlichen Erkenntnisse von über 1.100 homöopathisch genutzten Zubereitungen aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Stoffen wider und enthalten Aussagen über deren Anwendungsmöglichkeiten.     

(Quelle: BAH, www.bah-bonn.de)


Forschung in der Homöopathie

Was vor etwa 200 Jahren mit Hahnemann begann, hat sich durch ständige Forschung erweitert und etabliert. Neben der Grundlagenforschung mit dem Ziel, Fragen über das Wirkprinzip zu beantworten, wird in der Homöopathie vor allem in der Anwendung beim Menschen geforscht.

Homöopathische Arzneimittelprüfungen (HAMP) dienen der Entwicklung von Arzneimittelbildern und werden vergleichbar einer klinischen Studie an gesunden Probanden durchgeführt. Nach strengen Prüfplänen werden Symptome mit Hilfe von Fragebögen ermittelt und statistisch ausgewertet. So werden Arzneimittelbilder erstellt, die nicht nur offensichtliche Symptome erfassen, sondern möglichst alles, was der Proband spürt und fühlt. Deshalb müssen Arzneimittelbilder an Menschen erstellt werden. Auch die Anwendung von Homöopathie an Tieren basiert auf Arzneimittelbildern, die am Menschen erstellt wurden.

Die klassisch homöopathische Therapie behandelt jeden Menschen individuell und nicht allein die Erkrankung. Die Anwendungserfahrung im vorher/nachher Vergleich wird ausführlich dokumentiert und publiziert. Die individuelle Therapie der unterschiedlichen Patientenpersönlichkeiten in der Homöopathie macht es außerordentlich schwierig, Gruppen für eine Doppelblindprüfung zu bilden. Eine Vergleichbarkeit der Patienten ist kaum vorstellbar.

Deshalb lässt sich eine rein krankheitsbezogene klinische Studie in der klassischen Homöopathie nicht realisieren. Aus rein methodischen Gründen lassen sich keine statistisch vergleichbaren Gruppen bilden. So können keine klinischen Doppelblindprüfungen bei Erkrankungen, wie es bei anderen (chemischen) Arzneimitteln üblich ist, durchgeführt werden.

Anders ist es in der klinischen Homöopathie z. B. mit homöopathischen Kombinationsarzneimitteln. Da diese indikationsbezogen eingesetzt werden können, lassen sich prinzipiell klinische, placebokontrollierte und doppelblinde Studien durchführen. Tatsächlich gibt es aus diesem Bereich heute eine Anzahl von Studien, die die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel wissenschaftlich belegen. Studien zum Wirksamkeitsbeleg liegen z.B. für Allergien, Gelenkverschleiß, Schwindel, Infekte, Schlafstörungen oder Verletzungen vor.  

(Quelle: BAH, www.bah-bonn.de)


Erstattung durch Krankenkassen

Von den am 1. Januar 2004 wirksam gewordenen Einschränkungen in der Erstattungsfähigkeit nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel zur Anwendung bei Erwachsenen sind auch diejenigen homöopathischen Arzneimittel in besonders starkem Maße betroffen, die ohne Rezept gekauft werden können. Ein Ausnahme stellen nach den Arzneimittelrichtlinien lediglich solche Mittel dar, die als so genannte Standardtherapie bei schwerwiegenden Erkrankungen angewendet werden. Dies dürfte jedoch bei Homöopathika praktisch nicht zutreffen. Auch die Rezeptpflicht als Kriterium für die Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist bei homöopathischen Arzneimitteln eher selten. 

Einige gesetzliche Krankenversicherungen bieten ihren Mitgliedern die Erstattung der ärztlichen Leistungen im Bereich der Homöopathie als Kassenleistung an, wenn die Kassenärzte über die Zusatzbezeichnung "Homöopathie" verfügen oder Inhaber eines Homöopathiediploms sind. Die Versicherten sollten sich deshalb genau bei den einzelnen Krankenversicherungen informieren und Überlegungen anstellen, unter welchen Voraussetzungen eine Erstattung der ärztlichen Leistungen für die Homöopathie ermöglicht wird. 

Homöopathische Arzneimittel hingegen müssen in den meisten Fällen vom Patienten selbst bezahlt werden, abgesehen von Ausnahmeregelungen, nach denen die Kostenübernahme als Wahlleistung möglich ist. Auch hier sollten die Versicherten sich informieren, inwieweit die Krankenversicherung die betreffenden Arzneimittel übernimmt.

Darüber hinaus verfügen einige private Krankenversicherungen über spezielle Tarife für die ärztliche Homöopathie im Rahmen einer privaten Zusatzleistung für gesetzlich Versicherte. Die angebotenen Leistungskataloge der privaten Krankenversicherungen weisen allerdings große Unterschiede auf.  

(Quelle: BAH, www.bah-bonn.de)

Informationen zu Heilpraktikerversicherungen: www.gutguenstigversichert.de/heilpraktikerversicherung-uebersicht.html#beitrag