Was sind Phytopharmaka?

Pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) enthalten im Unterschied zu chemisch-synthetischen Arzneimitteln pharmazeutisch bearbeitete Zubereitungen aus Arzneipflanzen. Sie werden in den üblichen modernen Arzneiformen wie Tropfen, Tabletten, Dragees, Kapseln etc. angeboten, aber auch in Form des klassischen Tees. In der Phytotherapie kommt damit das gesamte Stoffgemisch der Pflanze zum Einsatz. Phytopharmaka sind Bestandteil der modernen Arzneitherapie. Ihre Wirksamkeit kann durch pharmakologische und klinische Studien und durch die Nutzung fachlichen Erfahrungswissens belegt werden.

Für pflanzliche Arzneimittel gelten wie für alle anderen Arzneimittel in gleichem Maße die rechtlichen Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes, in dem detaillierte Anforderungen für die Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als Voraussetzung für ihre Verkehrsfähigkeit festgeschrieben sind. Hauptkriterien für eine Zulassung durch das BfArM sind insbesondere die Wirksamkeit, die Unbedenklichkeit und die Qualität von Arzneimitteln. Aufgrund ihrer komplexen Zusammensetzung als Vielstoffgemische haben pflanzliche Arzneimittel jedoch einige Besonderheiten, die bei der Durchführung der Untersuchungen auf eine ausreichende Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität entsprechend berücksichtigt werden müssen. Auch wenn viele pflanzliche Zubereitungen ein großes Sicherheitspotential hinsichtlich möglicher Risiken aufweisen (große therapeutische Breite, selten Neben- oder Wechselwirkungen), sind für ihre Zulassung gesicherte Daten erforderlich. Diese Nachweise können in Form von Ergebnissen pharmakologisch-toxikologischer und klinischer Prüfungen oder mit dem sogenannten "anderen wissenschaftlichen Erkenntnismaterial" wie z.B. mit Monographien, Erfahrungsberichten, Bibliographien etc. erbracht werden.

(Quelle: BAH, www.bah-bonn.de)